Dampfboottreffen Stansstad 2013
Jubiläum 30 Jahre Dampfbootfreunde
Text und Bilder Stefano Butti
Das Wochenende vom 6./7./8. September geht in Stansstad in die Geschichte ein, noch nie waren so viele Dampfboote auf dem Vierwaldstättersee unterwegs. Der Verein Schweizer Dampfbootfreunde wird 30 Jahre alt.
Nun ist es endlich da. Das schon lang ersehnte Wochenende der Schweizer Dampfbootfreunde. Zum 30-jähringen Jubiläum feiert sich die Szene selber mit einem grandiosen Hafenfest in Stansstad am Vierwaldstättersee. Über 30 Dampfboote sind dabei und bieten Rundfahrten an. Sogar aus dem grenznahen Ausland sind Schiffe eingetroffen, vom Bodensee, aus Frankreich und England. Aber auch an Land konnten verschiedene Dampfattraktionen bestaunt werden.
Kohle in der Luft
Bereits beim Aussteigen aus der Zentralbahn am Bahnhof Stansstad liegt ein besonderer Duft in der Luft. Für einmal vernimmt die Nase nicht eine frische Seebrise in Kombination mit gesunder Alpenluft, wie es sich für die Zentralschweiz rund um die Gestade des urchigsten Sees der Schweiz gehört, nein man wähnt sich zu Beginn des Industriezeitalters irgendwo im fernen England. Es riecht nach Kohle und zwar ziemlich streng. Für mich selbstverständlich ein äusserst angenehmer Duft. Je näher nun der See kommt, umso sichtbarer werden die Rauchschwaden welche für erwähnten Duft verantwortlich.
Die Dampfboote sind die Stars
Vom kleinsten Dampfboot, einem Dampfgetriebenen Kanu, über den kleinsten Seitenraddampfer der Schweiz, DS „Liberty Belle“, bis zu den stattlichen Dampfyachten „St.Urs“ oder „Geordie“, alle sind sie da. Die historischen Boote wie die „Minette“ vom Zürichsee aus dem Jahre 1895 oder die neuen Schiffe wie beispielsweise „Steamy“ vom Hallwilersee, welche 2009 erbaut wurde. „Louisiane“ kam vom Lac Leman, „Säntis“ vom Bielersee, „Fünkli“ vom Thunersee und „Patricia“ vom Bodensee, um nur einige zu nennen. Und es sind wirklich nur einige, insgesamt sind über 30 Dampfboote anwesend, mit DS „Vesuvius“ ist sogar der britische Lake Windermere, Mekka sämtlicher Dampfboot-Enthusiasten weltweit, vertreten. Ein einmaliges Schauspiel und äusserst seltenes Ereignis. Diese Schiffe müssen ja alle auf der Strasse herangekarrt werden, ein für den jeweiligen Eigner nicht gerade billiges unterfangen.
Dampfattraktionen an Land
Auch an Land geht es dampfend voran. Gregi hat seine 5 Zoll-Gartenbahn aufgestellt und zieht rauchend und pfeifend seine Kreise, manchmal so nah an den am Wurststand anstehenden Gästen vorbei, dass diese mit einem Satz zur Seite springen müssen. Für die kleinen Besucher steht ein dampfgetriebenes Karussel bereit und als Spezial Attraktion ist die Gattersäge dabei, angetrieben selbstverständlich wie in alten Zeiten durch ein original Lokomobil mit Baujahr 1876. Aus einem Baumstamm wird Brett um Brett geschnitten und man erahnt ungefähr, wie mühsam früher die Arbeiten vonstatten gingen. Bis der Baumstamm fertig geschnitten war, verging der ganze Nachmittag.
MS Rolling Home, DS Unterwalden
Mit dem MS „Rolling Home“ ist als weitere Attraktion auch das originellste Feuerlöschboot der Schweiz an der Veranstaltung vertreten. Kapitän Ruedi und Chefin Steffi laden die Gäste auf ein Bierchen unter den Südsee-Sonnenschirmen ein und nach zwei bis drei Seefahrer-liedern erscheint die Gemütlichkeit endlos. Die „Rolling-Home“, wie auch ihre Crew, sind ein Erlebnis für sich. Das Boot fuhr zuerst auf dem Rhein und später in Hamburg wo es der heute zum Vierwaldstättersee-Kapitän mutierte ehemalige Seemann Ruedi entdeckte und nach vielen Behördengängen endlich in die Schweiz einführen und auf dem Vierwaldstättersee einsetzen durfte. Heute erinnern die zahlreichen Souvenirs im Salon von der bewegten Vergangenheit von Ruedi und seinem Boot. Ein Erlebnis für sich, sowohl das Boot als auch der Skipper und seine Chefin. Gegen vier Uhr trifft DS Unterwalden, das Kursschiff nach Alpnachstad, ein und wird umgehend von den zahlreich anwesenden Dampferfans geentert. DS Unterwalden muss ich nicht mehr beschreiben, die Vierwaldstättersee-Dampfer sind weitherum für ihre Schönheit bekannt. Ich selber bin von der Gemütlichkeit dieser alten Dampfer immer wieder so fasziniert, dass ich gleich sitzen bleibe und den Heimweg antrete, mit dem einen und anderen bekannten Gesicht ein Schwätzchen halte und genüsslich ein Feierabend-Bierchen stemme. Einmal mehr wunderschön war der erlebte Tag in der Zentralschweiz, doch nun muss ich leider heim, bald schon ist Sonntag und dann heisst es auch für mich wieder Leinen los um das Portemonnaie zu füllen, allerdings auf dem Zürichsee, auch schön, die nahen Berge und die grünen Matten fehlen allerdings manchmal ein bisschen.
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